Die Amazonen von Lemnos

Amazone Maroula
Felsbild in Myrina
- prähistorische »Amazone« von Lemnos -

Felszeichnung einer Frauengestalt mit Tierfellmütze und Bogen ganz in der Art der griechischen Amazonendarstellungen.
Statue der Maroula
- letzte »Amazone« von Lemnos -

Das Denkmal der erfolgreichen Verteidigerin der Burg von Kotsinas gegen die Türken im Mittelalter.

Amazon
In der Sagenwelt der Antike gibt es die Überlieferung, dass Lemnos in vorgeschichtlicher Zeit ausschließlich von Frauen bewohnt war. Die Insel wird als gynaikokratumene, d.h. von Frauen beherrscht, bezeichnet. In der griechischen Sage von den Argonauten wird erzählt, dass eine Gruppe von griechischen Kriegern auf ihrer Reise in das Land Kolchis (an der Ostseite des Schwarzen Meeres) zuerst auf die Insel Lemnos gekommen war. Laut dieser Überlieferung war Lemnos damals ausschließlich von Frauen bewohnt; eine Königin mit Namen Hypsipyle regierte diesen Frauenstaat. Interessant ist der Aspekt, dass die griechischen Krieger von den Frauen gastfreundlich aufgenommen worden waren. Augenscheinlich lebten die lemnischen Frauen als selbstbewußte Amazonen auf dieser Insel.
Offensichtlich reflektiert dieser Mythos die einstigen matriarchalen Verhältnisse auf Lemnos.
Der mächtige Burghügel von Myrina auf Lemnos mit zahlreichen Ruinen aus prähistorischer Zeit
Prähistorische Wohnräume
Prähistorische kyklopische Mauer
Der prähistorische Kultfelsen von Richa Nera
Im Inneren der Höhle des Philoktet - linker Bereich mit Einstieg
Rechter Bereich der Höhle des Philoktet mit meeresseitiger Öffnung
Athos - der Heilige Berg, zu Sonnenuntergang vom Burghügel von Myrina auf Lemnos
Amulett in Gestalt eines Löwen aus Poliochni
Amulett in Gestalt eines Löwen aus Poliochni
Poliochni
Erstaunliches brachten Ausgrabungen auf dieser Insel zutage. In Poliochni wurde eine Stadt ausgegraben, die das damalige Troja weit in den Schatten stellt.
Hier wurde eine Siedlung freigelegt, die nahezu doppelt so groß war wie das damalige Troja. Die frühbronzezeitliche Stadtanlage von Poliochni zeigt große, geräumige Häuser, die entlang einer von Norden nach Süden verlaufenden Hauptstraße beidseitig in Blöcken angeordnet waren. Nebenstraßen kreuzten die Hauptstraße im rechten Winkel und an den Kreuzungen gab es kleine Plätze mit Brunnen und Abflußkanälen.
Die Siedlung war von einer Steinmauer umgeben, die fünf Meter hoch war und Schlitze für Bogenschützen aufwies. Dies ist besonders bemerkenswert, denn innerhalb dieses Kulturraums wurden ausschließlich in Poliochni Pfeilspitzen gefunden! Es ist eine erstaunliche Parallele zu den Amazonen, galten doch die Amazonen als herausragende Bogenschützinnen. Die Bewohner von Poliochni waren offenbar recht wohlhabend, so fand man einen umfangreichen Goldschatz.
Eine Besonderheit ist hervorzuheben: In der städtischen Struktur Poliochnis demonstrieren die gleichförmigen großen Wohnblöcke, dass hier eine Gemeinschaft mit geringen sozialen Unterschieden existierte. Eine derartige Sozialstruktur ist in der Regel ein typisches Kennzeichen für eine matriarchal organisierte Gesellschaftsordnung.
Stadtmauer von Poliochni
Reste der Stadtmauer von Poliochni
Unsere Forschungsarbeit auf Lemnos

Am Rande sei noch eine bemerkenswerte Parallele erwähnt: Die Hauptstadt der Insel Lemnos trägt den Namen Myrina. Nach der mythischen Überlieferung hieß die erste herausragende Amazonenkönigin Myrina!

 Karpu Kale Wettbewerb 2016 

Literatur
Gerhard Pöllauer, Geheimnisvolles Lemnos. Die von Frauen beherrschte Insel
ISBN: 978-3-902096-77-7; Paperback, 128 Seiten, 97 Schwarzweiß-Abbildungen, 3 Abbildungen in Farbe, 1 Karte
Preis: EUR 13,00

Die in der Nordägäis gelegene, relativ unbekannte griechische Insel Lemnos hat eine großartige vorgeschichtliche Vergangenheit vorzuweisen. Vor 5000 Jahren entwickelte sich hier eine bedeutende Hochkultur mit eindrucksvollen Stadtanlagen, mächtigen Felsbauten und Ehrfurcht einflößenden Heiligtümern. Die Entdeckung der frühbronzezeitlichen Fundstätte von Poliochni gilt als sensationell. Diese Siedlung wird aufgrund ihrer Ausmaße und ihrer Entwicklungsreife als die älteste Stadt Europas bezeichnet. Auch Myrina im Westen und Hephaistia im Norden beeindrucken mit ihrer erstaunlichen prähistorischen Hinterlassenschaft. Vermutlich hatte noch eine vierte städtische Siedlung ganz im Nordosten der Insel existiert - das sagenhafte Chryse, welches durch ein Erdbeben im Meer versunken war.
Gleichzeitig ist festzustellen, dass in dieser Kultur Frauen eine zumindest gleichberechtigte Rolle innehatten. Nicht ohne Grund wurde Lemnos in der Antike mit den Worten »die von Frauen beherrschte Insel« charakterisiert.
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Gerhard Pöllauer, Die verlorene Geschichte der Amazonen
Neueste Forschungserkenntnisse über das sagenumwobene Frauenvolk
ISBN: 978-3-902096-88-3; Paperback, 148 Seiten, 87 Schwarzweiß-Abbildungen, 3 Skizzen
Preis: EUR 13,00

Dieses Buch begibt sich auf die Spuren der sagenumwobenen Amazonen. Es beleuchtet die berühmte Amazonensage in all ihren Facetten, begibt sich auf eine archäologische Spurensuche und liefert neueste Forschungserkenntnisse aus der legendären Heimat der Amazonen am Fluss Thermodon und von der einst von Amazonen bewohnten Insel Lemnos. Eingehende Untersuchungen der antiken Amazonensagen in Kombination mit neuesten Entdeckungen vor Ort entschlüsseln den geheimnisvollen Mythos über das berühmte Frauenvolk. Zahlreiche Abbildungen dokumentieren die Forschungsergebnisse.
Diese neuesten - unvoreingenommenen - Forschungen bringen das eingefahrene Geschichtsbild ins Wanken. Zahlreiche archäologische und historische Spuren deuten darauf hin, dass die Amazonen wirklich existierten hatten! Auf Basis dieser neuesten Erkenntnisse kann die verloren gegangene Geschichte der Amazonen rekonstruiert werden.
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Heide Göttner-Abendroth, Die Göttin und ihr Heros
Die Matriarchatsforscherin der Gegenwart im deutschsprachigen Raum ist Heide Göttner-Abendroth.
Ihre Rekonstruktion der verdrängten, verdeckten und vergessenen matriarchalen Religionen in ihrem Buch Die Göttin und ihr Heros ist sehr lehrreich. In Ihren Werken über das Matriarchat Das Matriarchat I, II,1 und II,2 widmet sie sich ganz der Erforschung der von der offiziellen Geschichtsforschung negierten matriarchalen Kultur.

Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie
Dieses Buch bietet einen tiefen Einblick in die griechische Mythologie, wobei matriarchale Aspekte nicht ausgespart werden.
Falls Sie an der matriarchalen Religion der Kelten interessiert sind, so ist sein Buch Die weiße Göttin zu empfehlen.

Aktualisiert: 22. September 2016
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